Mein Leben

In der fünften Klasse bekam ich eine Nähmaschine von meiner Mama, ich wollte sie unbedingt haben, weil meine Freundin Sweta auch eine hatte. Ich war so glücklich, dass ich nicht schlafen konnte! Es war nicht selbstverständlich, wir lebten in der Sowjetunion und in den 80ern war das Land sehr verschlossen, wir hatten nicht viel und die Einkaufsläden waren bis auf das nötigste leer, Luxusgüter wie Stoffe gab es nicht. Nicht gerade ideal, wenn man unbedingt nähen wollte. Zuerst habe ich mit Gardinenstoff angefangen, aber daraus ließ sich nicht immer ein Kleid nähen. Schnell fand ich heraus, dass Bettbezüge und Kissenbezüge, sich viel besser dafür eigneten! Schließlich war es ein Hundert prozentiger Baumwollstoff mit sehr schönem Farbmuster und ausgezeichneter Qualität. Aus Bettbezügen habe ich Kleider genäht und von Kissenbezügen Röcke oder Blusen, ich hatte so viele Kleider, dass ich jeden Tag ein neues anziehen konnte. Ich habe nicht nur für mich genäht, viele Sachen waren für die Familie und Mädchen in der Nachbarschaft. Ich hatte meine Berufung gefunden und begann direkt nach der Schule eine Ausbildung zur Schneiderin.

Manchmal ist es nicht leicht den richtigen Weg für sich zu finden, ich habe viele Berufe ausprobiert aber meine Leidenschaft blieb immer die Kleidung. Mittlerweile bin ich Mutter zwei erwachsener Söhne und mir war es immer wichtig, dass sie verstehen welche Freude es macht, von dem zu leben, was man mit Leidenschaft macht. Das wusste meine Mutter auch, sie schenkte mir nicht nur eine Nähmaschine, sondern die Möglichkeit mein Potential und Sinn für Mode zu nutzen. Ich nähe immer und überall, das ist für mich keine Arbeit, es ist ein Lebensstiel, der mich nicht müde werden lässt.

Es begann mit einem Geschenk

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